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Warum das alles?

Zugegeben, man könnte auf den allerersten und sehr oberflächlichen Blick zu einer solchen Bewertung kommen: Jetzt macht der BR auch so einen modischen Kram wie eine App. Immerhin gibt es doch: Fernsehen, Radio, eine gute Nachrichten-Webseite – muss man da auch noch auf dem Smartphone mit einem eigenen Kanal präsent sein?

Mediennutzung 2015: Ohne Smartphone geht fast gar nichts mehr. (Foto: Jakubetz)
Mediennutzung 2015: Ohne Smartphone geht fast gar nichts mehr. (Foto: Jakubetz)

Die Antwort fällt simpel aus: Ja, muss man. Weil dort die Menschen sind, die den BR auch auf seinen bisherigen Kanälen nutzen und dort genauso gut informiert sein wollen wie auf anderen Plattformen auch.  Das hat viel zu tun mit dem Medienwandel, den sich ja nicht irgendjemand mal ausgedacht hat, sondern der schon lange Realität ist. Über die Hälfte der Deutschen ist im Jahr 2015 mobil im Internet unterwegs, die allermeisten davon mit einem Smartphone (Tablets spielen nach wie vor eine eher untergeordnete Rolle).

Infografik: Smartphone gehört bei Teenies zur Grundausstattung | Statista

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Realistisch betrachtet erreicht man vor allem ein jüngeres Publikum nicht mehr, wenn man nicht auf dem Smartphone präsent ist. Bei den 12-bis 17jährigen sind inzwischen 79 Prozent(!) im Besitz eines Smartphones. Man kann sich also leicht vorstellen, wie sehr die Nutzung von Medien über Smartphones in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Damit verbunden ist auch, dass Menschen zunehmend weniger Inhalte linear nutzen. Natürlich wird der BR auch weiterhin und vermutlich noch für sehr, sehr lange Zeit lineare Programme ausstrahlen. Trotzdem kommt man an einer Erkenntnis nicht vorbei: Man muss vermutlich das Verständnis von „Rundfunk“ im digitalen Zeitalter neu definieren. Wer heute keine non-linearen Angebote macht, macht genau genommen auch keinen „Rundfunk“ mehr. Weil Rundfunk heute eben auch bedeutet, Programme und Inhalte auf Abruf bereit zu stellen.

Und schließlich kommt ein dritter, wesentlicher Punkt dazu: Die (Medien-)Welt ist schneller geworden. Viel schneller als wie man sich das jemals hätte vorstellen können. Journalismus im digitalen Zeitalter, das bedeutet heute eben auch: beinahe in Echtzeit dabei zu sein und Menschen dort mit Informationen zu versorgen, wo sie gerade sind. Das aber geht de facto heute nur noch über den Weg des Smartphones.

Moderner Kram also? Nein. BR24 ist die journalistische Zukunft. Und das übrigens, ohne die Gegenwart in Frage zu stellen.

Von Christian Jakubetz am 4. Mai 2015 um 11:24 Uhr

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