Einig in Uneinigkeit

Das gelebte Bayern-Motto: Trachtler in Lederhose mit Laptop
Das gelebte Bayern-Motto: Trachtler in Lederhose mit Laptop (Foto: mauritius-images)

News-Apps gibt es unzählige – BR24 ist anders, will anders sein. Das liegt vor allem an dem Schwerpunkt auf den verschiedenen Regionen Bayerns. Bayern? Da gibt’s doch nicht viel: Alpen, Wiesn und Seppln in Lederhose mit Laptop. Dazu noch FCB- und CSU-Dauerherrschaft in der Bundesliga wie in der Politik. Ein Volk von Grantlern und Bierdimpfln, von Bazis und Stenzn, von Hansis und Marias.  Soweit die Klischees – die,  muss man zugeben, trotzdem nicht selten zutreffen.

Was aber auch zutrifft: Bayern ist mehr als seine Klischees. Und mehr als die Summe seiner sieben Bezirke. Bayern sind eine eingeschworene Einheit, wenn es um vermeintliche Anfeindungen von außen, insbesondere von den Preißn geht: „Da halten wir zam!“ Nach innen sind die Bayern sich bei aller Frotzelei einander verbunden. Zum anderen betonen und lieben sie ihre Vielfalt: Franken und Altbayern können trotz aller gegenteiligen Behauptungen dann eben doch miteinander. Irgendwie jedenfalls.

10 Sachen, die ein Franke nicht sagt Weil gerade die Rede von den Franken ist: Die sind ohnehin nicht begeistert von der napoleonschen „Zwangseingemeindung“ und es gibt nicht wenige, die aktiv eine Loslösung von den Altbayern anstreben. Doch auch sie sind keine eingeschworene Gemeinschaft, wenn sie allgemein als ein Stamm abgestempelt werden.

Als der Radiosender Bayern 1 vor wenigen Wochen auf Facebook die Grafik „10 Sachen, die ein Franke nicht sagt“ postete, wurde sofort von Usern auf die feinen semantischen Unterschiede der drei mittel, ober- und unterfränkischen Sprechweisen hingewiesen.

„Nix gesagt, ist gelobt genug“

Bei den Oberpfälzern und den Niederbayern gilt: Nix gesagt, ist gelobt genug. Richtig grantig  werden die Menschen aus den beiden Bezirken im Osten Bayerns allerdings, wenn sie unter Ostbayern subsumiert werden.

FCA-Spieler jubelt in Allianz Arena
Augsburger Jubel (Foto: dpa-Bildfunk)

Bayerisch Schwaben ist auch so ein Fall. Dem wahrscheinlichen Europa-League-Einzug des FC Augsburg jubeln sie sicher auch in Altusried, Kempten und Pfronten zu – aber darüber hinaus gilt die Aussage der Facebook-Gruppe „Wir sind Allgäuer – keine Schwaben“. Und das ziemlich sicher auch in umgekehrter Richtung.

Ganz spezieller wird’s mit Oberbayern. Die satten Großkopferten im Süden. Mit der großkopfigsten aller Hauptstädte nahezu in der Mitte. Für ihre Fans die nördlichste Stadt Italiens, für die anderen: das größte Dorf der Welt. In den anderen Bezirken meinen nicht wenige, dass sich alles nur um München, Oberbayern, den FC Bayern, die Wiesn dreht und andere Regionen, insbesondere Franken definitiv zu kurz kommen. Was dazu führt, dass Politiker – Stichwort Regionalproporz – und Medien tunlichst darauf achten, die Franken nicht nur nicht zu vergessen, sondern im Vergleich zum restlichen Bayern zu bevorzugen. Und das wiederum ist wieder Wasser auf die Mühlen derer, die Franken eh immer bevorzugt sehen. Bayern ist sich so schön uneins in seiner Einigkeit.

„Mein Smartphone, mein Zuhause, meine App“

Im Elfenbeinturm
BR24 berichtet nicht aus dem Elfenbeinturm (Foto: mauritius-images)

In unserer News-App kommen die Regionen bewusst groß raus. Wir melden uns nicht aus dem Elfenbeinturm, stülpen dem User auch nicht die Nachrichtenlage aus Münchner Sicht über. Der Bayerische Rundfunk unterhält zwei Dutzend Korrespondentenbüros im Freistaat, Hunderte Journalisten berichten rund um die Uhr über all das, was von Aschaffenburg bis Garmisch-Partenkirchen, von Lindau bis Passau passiert. Und das direkt von vor Ort. Und nicht nur fürs Fernsehen und fürs Radio, sondern auch für Online – und damit für die News-App. Wenn irgendwo in Bayern etwas passiert, das für Sie wichtig werden könnte, dann erfahren Sie es. Führt die geplante Stromtrasse durch meine Region? Streikt meine KiTa? Droht meinem Heimatverein der Abstieg? Über ein ausgefeiltes Tagging-System können Sie selbst steuern, welche Meldungen für Sie relevant sind. Es gilt: „Mein Smartphone, mein Zuhause, meine App.“

Von Roland Hindl am 11. Mai 2015 um 8:51 Uhr

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