Die BR-Zukunft: Für immer Beta?

Jetzt ist sie also da, die Beta(!) der BR24-App, ebenso wie die ersten Reaktionen darauf.  Das ist für uns, die wir an diesem Projekt arbeiten, natürlich erfreulich. Allerdings: Kein Grund, um sich zurückzulehnen. Weil wir gerade mal eine Etappe geschafft haben. Wie die nächsten Schritte aussehen, planen wir gerade intern. Und gerne gemeinsam mit Ihnen, unseren Usern, Hörer, Zuschauern.

Was bisher geschah

Natürlich, unser Hauptaugenmerk in den letzten Monaten galt der App. Sie ist das Kernstück in unseren Überlegungen, wie wir uns Information und Journalismus im digitalen Zeitalter für digitale Plattformen vorstellen. Sie ist die Zusammenführung dessen, was den Bayerischen Rundfunk schon heute ausmacht: Fernsehen, Radio, Text; regionale und weltweite Information. Dass wir diese Konzentration der BR-Inhalte insbesondere für Smartphones nutzbar machen, ist die Konsequenz daraus, wie sich die Welt in den letzten Jahren verändert hat: Unsere Zuschauer wollen natürlich immer noch gerne bewegtes Bild und gute Audiostücke von uns. Aber sie wollen sie erstens nicht mehr nur in einem festen Programmschema und zweitens idealerweise auch noch mobil. Anders gesagt: Rundfunk und Fernsehen im Jahr 2015 müssen in einer solchen App stattfinden. Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß und letztendlich auch nicht damit zu vereinbaren, dass diese Inhalte von jedem per Beitrag finanziert werden und deshalb auch entsprechend nutzbar sein müssen.

Natürlich liegt bei der App noch einiges an Arbeit vor uns. Das haben uns zum einen die User-Reaktionen gezeigt, zum anderen aber natürlich auch das, was wir selber feststellen bei der täglichen Nutzung der App. Insofern: Die Arbeit hat gerade erst begonnen, wir hoffen, dass die App irgendwann im Herbst dann mal so gut und fertig ist, dass wir das „Beta“ aus dem Namen streichen können. Sofern in dieser digitalen Welt überhaupt mal irgendwas „fertig“ ist (klingt eher unwahrscheinlich…)

Das Netz ist jede Woche ein anderes Netz
twitter
Natürlich sind wir auch da: BR24 bei Twitter. Aber so sollen wir noch hin? Und wo lassen wir es lieber bleiben?

Apropos „fertig“: Auch eine wie auch immer geartete Strategie des BR kann Stand heute nicht fertig sein. Schon alleine deshalb nicht, weil auch das Netz, in dem wir uns alle mehr oder weniger bewegen, nie fertig ist. Im Gegenteil: Auch im Jahr nach Beginn der Digitalisierung ist es in Bewegung, möglicherweise mehr denn je.

Aktuell haben wir so eine leise Ahnung, dass man sich insbesondere mit dem sozialen Netz auseinandersetzen muss, wenn man modernes Storytelling betreiben will.  Geschichten dort zu erzählen  und nicht einfach nur Links auf die eigenen Angebote setzen, Formate zu entwickeln, die den Interessen des Nutzers entsprechen, wo er sich gerade aufhält: Das klingt einfach, ist aber in Wirklichkeit eine ziemlich komplexe Sache.

Die einfachste Methode wäre: Wir gehen überall hin. Also, halbwegs überall. Wirklich überall kann man ja im Netz des Jahres 2015 völlig unmöglich sein. Aber zumindest überall da, wo unsere Zuschauer und Hörer auch sind. Aber selbst da gehen die Fragen ja schon wieder los: Was die Zahlen und Entwicklungen angeht, spricht aktuell sehr viel dafür, sich mit „Instagram“ zu beschäftigen. Meine ganz persönliche  Meinung (und keineswegs mit der des BR zu verwechseln): „Instagram“ ist eine (zu) junge Plattform für uns, auf der hauptsächlich Fotos mit sehr vielen und augenscheinlich wahllosen Hashtags rumschwirren und auf der sich deshalb meine beiden pubertierenden Töchter sehr wohl fühlen.

Gut möglich aber, dass ich mich komplett täusche und all jene Kollegen Recht behalten, die meinen, dass der BR natürlich auf Instagram vertreten sein müsse. Oder sonstwo.  Bei derart vielen Möglichkeiten liegt es in der Natur der Sache, dass wir im Haus momentan sehr viele unterschiedliche Meinungen aushalten und dann irgendwie unter einen Hut bringen müssen.

Beim Thema „Storytelling“, so viel ist jedenfalls mal sicher, werden wir nicht so schnell das Label „Beta“ entfernen können. Womöglich sogar: nie wieder.

Sie haben Wünsche, Anregungen, Kritik zur App? Dann melden Sie sich gerne. Hier in den Kommentaren, in den sozialen Netzwerken oder per Mail unter beta@br24.de. Die App für iOS und Android erhalten Sie in Ihrem App-Store.

Von Christian Jakubetz am 13. Juli 2015 um 9:35 Uhr

7 KOMMENTARE

  1. avatar Julius Kolb sagt:

    Ihr seid ja richtig fleißig – und auch noch ehrlich. Dafür dickes Lob. Nun habe ich noch ein paar Wissenslöcher: wie geht’s weiter? Wann ist die after-beta-version da? Ihr habt mir vor Wochen zugesagt, dass das dann auch auf windowsfone läuft – zumal die Burschen da mit version 10 dicken Wind machen z.Zt..
    Und: wie wär’s mal mit dem Zwischenwasserstand? Laut googleplay sind es z.Zt. zwischen 1000 und 5000 downloads – bei apple sind 26 Bewertungen hinterlegt.
    Wie schätzt ihr das ein? Ist das ok? Reicht das? Könnte es mehr sein? Habt ihr anderes erwartet?
    Da wartet gespannt auf Antwort: der JKolb

    • avatar Christian Jakubetz sagt:

      Upps, so viele Fragen…;-)

      Ich versuche es mal (an einem Samstag erwische ich nicht so viele Leute im Haus, die mir jede Frage beantworten können): Mit den Downloads sind wir bisher sehr zufrieden – schon alleine deshalb, weil wir das ja nach wie vor nicht sehr offensiv kommunizieren. Und es geht uns jetzt im Moment auch noch nicht so sehr um Downloadzahlen, sondern um Feedback und Verbesserungen. Und was die Bewertungen angeht, naja, zufrieden sollte man ja nie sein, aber ich finde, mit diesem Feedback kann man schon sehr gut leben.

      Das Thema Windows ist eines, bei dem ich gerne diplomatisch antworten würde, weil es eines ist, das auch intern immer wieder diskutiert wird. Also, zumindest in der Betaphase bleibt es sicher bei iOS und Android. Alles andere werden wir dann sehen. Aber bitte berücksichtige dabei immer, dass wir bei iOS und Android von de facto 95 Prozent des Marktes reden. Die müssen wir erst einmal im Auge haben. Aber Du hast in einer Hinsicht recht, wenn Windows 10 jetzt dann tatsächlich auf allen Plattformen Standard werden soll, dann muss man das Thema weiter beobachten. Ganz persönlich glaube ich nicht an eine große mobile Windows-Zukunft, aber das ist jetzt auch mal erst nur meine sehr persönliche Meinung und keinesfalls Auffassung des Hauses 😉

      Hoffe, dass deine Fragen damit erstmal halbwegs zufriedenstellend beantwortet sind!

      Bestes,

      Christian Jakubetz

  2. avatar Julius Kolb sagt:

    Hallo!
    Danke erstmal für die Antwort – auch wenn da nun wenig Zahlen drin waren… die sagen ja mehr als tausend Worte…
    Klar – beta ist beta – und das feedback auf die app ist wohl das sinnvollste, was passieren kann z.Zt.
    Und nun noch – wie erwartet – mein Kommentar zu win: ich bin weder mit der Firma verbandelt oder verschwägert, arbeite nur seit bald 30 Jahren damit – bin durchaus bereit, umzulernen, aber die – jetzt nicht persönlich gemeint – jahrzehntelang beobachtete Naseweisheit von ioslern und später auch androiden geht einem schon auf den Keks.
    Mittlerweile – wie der link uns erzählt: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Windows-Phone-Ein-bisschen-Wachstum-ist-zu-wenig-2772200.html – ist es gar nicht mehr so weit her mit einer auch numerischen Relevanz von wfone. Und da wir als ör-Firma zudem mit dem Credo des Hauses „alle Ausspielwege zu bedienen“ haben – geht wohl kein Weg dran vorbei. Wir machen uns als haushaltsabgabendinanziertes und dem Gemeinwohl verpflichtetes medienverbreitetndes Unternehmen auch angreifbar damit. Also: denkt drüber nach – schlau genug für eine Umsetzung seid ihr gewiß.
    Grüßend: der JKolb

  3. avatar Andreas sagt:

    Hallo,

    ich bin Windows Phone Benutzer und zahle Rundfunkgebühren.

    Gruß
    Andreas

    • avatar Christian Jakubetz sagt:

      Hallo Andreas,

      es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass es mal eine App für Windows geben wird. Momentan decken wir mit den Versionen für Android und iOS rund 95 Prozent des mobilen Marktes ab – das ist für den Anfang ja mal gar nicht schlecht und mehr konnten wir im ersten Schritt auch nicht leisten.

  4. avatar Roland sagt:

    find die app klasse – allerdings hab ich mich schon seit längerem von Android als Smartphone verabschiedet – verwende es nur noch auf dem Tablet.

    Als Telefon Betriebssystem habe ich jetzt mit Windows Phone beste Erfahrungen gemacht und viele meiner Arbeitskollegen werden sich auch ein Windows Phone als nächstes Smartphone besorgen.

    Daher hoffe ich dass es möglichst bald was wird mit der App für Windows.

    • avatar Christian Jakubetz sagt:

      Da haben sich jetzt aber die bayerischen Windows-User zusammengetan, oder ;-)?

      Aso, gerne auch hier nochmal: Nicht ausgeschlossen, aber im ersten Schritt hatten iOS und Android mit einer Marktabdeckung von über 95 Prozent einfach Priorität…

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