Wir wünschen einen guten Tag!

Zu den abgedroschensten Weisheiten über dieses Internet gehört, dass man es nicht leer lesen kann. Und nicht nur das: Es ist ja schon schwer genug,  sich dort überhaupt zurechtzufinden. Oder etwas wiederzufinden. Zusammenhänge herzustellen.  Zu erkennen, was wie zu wem gehören könnte.

artikelbild_br24
Die „Piraten“ haben Verschlagwortung und ihre Visualisierung gerne genutzt, um Kontext herzustellen. Ein Thema, das natürlich auch alle digitalen Medien beschäftigt.

Deswegen gibt es eine Erfindung, die ebenso segensreich wie schwierig ist: den Tag. Das Schlagwort, mit dem man Beiträge einem bestimmtem Ressort, einem Thema, einem Überbegriff oder auch einfach einem Namen zuordnen kann. In der BR24-App beispielsweise ist jeder Beitrag getagged – ein Klick auf einen solchen Tag reicht um anzuzeigen, welche Beiträge es zu diesem Thema noch gibt.

Das ist toll, auf der einen Seite. Und problematisch auf der anderen Seite. Um es mit einem simplen Beispiel zu erklären: Kohl – das kann sowohl ein deutscher Politiker als auch ein Gemüse sein. Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit st groß, dass wir bei BR24 eher über den Kanzler als über das Gemüse berichten, aber was weiß man schon?

Das Problem bleibt dennoch: Um wirklich Sinn zu machen, muss ein Tag eindeutig sein. Erstens thematisch und zweitens auch noch so intuitiv, dass ein User von alleine auf die Idee kommt, den Tag und ein Thema miteinander zu assoziieren. Oder anders gesagt: Wenn man einen Tag erst erklären muss, ist es kein guter Tag.

Diesem Problem könnten jetzt eventuell die Kollegen der „New York Times“ auf die Pelle rücken. Sie haben nämlich einen Roboter gebaut, der in Echtzeit einen Text analysiert und dann entsprechende Tags vorschlägt. Und, besonders wichtig: Die Maschine ist angeblich lernfähig. Dass dieses Thema für die NYT eine ganz besondere Bedeutung hat, ergibt sich nahezu von selbst: Ihre Verschlagwortung reicht über 100 Jahre zurück.

Ganz so weit ist es beim BR natürlich nicht. Aber dass sowohl für uns intern als auch für Sie als Nutzer der App (und unserer anderen künftigen Angebote) das Thema Tagging eine große Rolle spielen wird, ist zwangsläufig. Deshalb mal wieder eine Bitte: Anregungen und Anmerkungen zum Thema gerne wie immer in den Kommentaren, per Mail an beta@br24.de oder in den diversen sozialen Netzwerken.

Sollten Sie dann noch zufällig im Besitz eines Roboters sein: Immer her damit!

Von Christian Jakubetz am 4. August 2015 um 10:42 Uhr

3 KOMMENTARE

  1. avatar Gudrun sagt:

    … der Tag an sich ist das Problem, weshalb ich persönlich immer „Guter tag!“ schreibe.
    Nur beim Tagen hatte man ein Einsehen (>Taggen).
    #DingediemannieindenGriffbekommt
    Übrigens haben wir beim BR sehr ambitionierte Archivare, die sich gerade auch ums Taggen kümmern. Gemeinsam bekommen wir das doch in den Griff! Aber vielleicht geht es darum gar nicht…

  2. avatar Marcus R sagt:

    Servus BR,

    einen Robotor sucht Ihr? Nun, ich habe da einen, der meine Lieblings-Radiosendungen aufnimmt. Als Privatkopie natürlich. http://rec.mro.name/stations/b2/now – z.B. alles mit Pumuckl http://rec.mro.name/podcasts/pumuckl/broadcasts.rss . Oder radioWelt. Zündfunk. Und so weiter.

    Die radioWelt vom morgen am Vormittag hören. Incl. Musik. Das ist #Medienzukunft.

  3. avatar Marcus R sagt:

    Ein Nachtrag zum Kommentar vorher noch: Ein Roboter wäre wesentlich einfacher möglich, wenn Eure Programmdaten nicht so verbarrikadiert, sondern Open Data wären. Was ich damit meine erkläre ich gerne wenn’s nicht eh schon klingelt.

    Schlagworte (Tags) werden meiner Meinung nach überschätzt. Schaut Euch mal an was die BBC mit „Linked Data“ zu WM 2010 und Olmpischen Spielen 2012 auf die Beine gestellt hat.

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Links sind nicht gestattet.
Mehr in den Kommentarrichtlinien.