Die Beta-Bilanz – weiter geht es

Jaja, schon klar, liebe Digital Natives, die ihr das jetzt lest – für euch ist so eine Betaphase nichts wirklich Neues, weil euer ganzes Leben ja irgendwie eine Betaphase ist und das Internet sowieso und der Rest des Universums auch. Bevor wir jetzt philosphisch und grundsätzlich werden: Das Prinzip der Betaphasen gehörte bisher nicht gerade zu den Dingen, bei denen der BR über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. Dass  wir dieses Schicksal mit den allermeisten Medienmachern dieses Landes teilen, beunruhigt uns das aber nur mäßig. Zumal wir jetzt, am Ende der quasi erstmals öffentlich ausgetragenen Betaphase unserer Geschichte sagen können: Trotz mancher lauter Flüche mittendrin hat es Spaß gemacht. Mit dem Ergebnis sind wir sogar zufrieden. Und vielleicht ganz sicher war es nicht das letzte Mal, dass wir öffentlich-rechtlichen Rundfunker so etwas wie eine öffentlich vorexerzierte Beta- und Entwicklungsphase gemacht haben…

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BR24Handy

Aber erst mal die Fakten, ehe es dann wieder ins eher Grundsätzliche geht: Ab heute gibt es die BR24-App in ihrer fertigen Version. Sofern man im Netz überhaupt jemals von „fertig“ sprechen kann. Aber am heutigen Tag verlassen wir das Stadium der „Beta“-Phase, ab heute stellen wir uns dem eigenen und dem Nutzeranspruch, dass wir ein rundum funktionierendes, gutes Projekt ohne die Kinderkrankheiten einer Beta-Phase am Start zu haben. Daneben gibt es das gesamte Projekt jetzt auch offiziell. Soll heißen: Alle Nachrichtenmarken des Bayerischen Rundfunks im Netz laufen ab sofort auch „on air“ unter dem Label BR24. Natürlich behalten etablierte Marken wie die „Rundschau“ und „B5 aktuell“ ihre Namen und Funktionen, alles andere wäre ja ziemlicher Quatsch. Aber bei den Querverweisen on air beispielsweise werden Sie künftig den Namen BR24 auch ganz hochoffiziell hören.

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Wir wollten, soviel sei zugestanden, von Anfang an mehr machen als „nur“ eine App. Das alleine ist zwar schon komplex genug, aber wenn wir gerade schon dabei waren, da bot es sich dann doch an, das Thema „Information“ beim BR komplett zu überdenken. Zumal es seit vergangenen Jahr auch keine gesonderten Radio- und Fernsehdirektionen mehr gibt, sondern nur noch eine Informationsdirektion und mit Thomas Hinrichs passenderweise gleich noch einen neuen Informationsdirektor. Wenn also schon so viele neue Strukturen und Personen an den Start gehen, dann macht es angesichts der vielen Umbrüche in der Medienwelt natürlich auch Sinn, über unser Verständnis als Informationsanbieter nachzudenken.

Wenn man diese Sache mit dem „Anbieter“ erst nimmt und dann auch noch sich entsinnt, dass für diese Informationen auch Rundfunkbeiträge bezahlt werden (und wir wissen: Das löst nicht immer und überall Freude aus), dann ist es Anachronismus zu sagen: Schaut halt Fernsehen oder hört Radio, wenn ihr was wissen wollt. In einer Zeit der digitalen Dauerpräsenz von Medien wäre das eine Haltung, die man bestenfalls dreist nennen könnte. Zumal wir ja auch wissen, dass gerade das jüngere Publikum heute nicht mehr brav an den Geräten zuhause sitzt, wie man das früher immer nannte. Das „Gerät zuhause“ ist inzwischen das Smartphone. Mit dem Unterschied, dass es eigentlich ganz viele Geräte auf einen Schlag ist. Und dass man es selbstverständlich überall nutzen kann – und nicht nur daheim.

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BR24 also ist nicht nur ein neues, digitales Angebot. Sondern auch ein „Statement“ des BR an seine Zuschauer und Hörer, wie es Informationsdirektor Hinrichs nennt. Vor allem eines, das weiterhin dazu einlädt, mit uns zu interagieren. Uns zu sagen, was wir besser machen können. In den sozialen Netzwerken, hier im Blog, per Mail, per Telefon. Nehmen Sie uns beim Wort. Auch wenn die Beta-Phase seit heute offiziell vorbei ist.

Zukunft endet schließlich nie.

 

Von Christian Jakubetz am 20. September 2015 um 9:00 Uhr

1 KOMMENTAR

  1. avatar Hermann sagt:

    Die App finde ich sehr gut gelungen. Leider kann ich sie nur auf meinem iPad nutzen. Nicht auf meinem Windows Phone (Lumia) und nicht auf meinem Windows 10 Laptp und nicht auf meinem zukünftigen Surface 4. dort gibt es zwar die ebenfalls sehr gut gelungene Nachrichten App. Aber gerade der regionale Bezug würde mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, die Windows Nachrichten App steht bei Ihnen auf der ToDo Liste?

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