Die Zukunft des Fernsehens

Rund einen Monat gibt es jetzt also die App von BR 24. Dass sie mittlerweile schon über 100.000 Downloads zu verzeichnen hat, freut uns natürlich sehr. Weil es uns zeigt, dass es einen Bedarf für Nachrichten und Geschichten aus dem Freistaat auch neben unserer klassischen TV- und Radioangebote gibt. Oder besser gesagt: Weil Radio und Fernsehen heute eben auch im Netz „empfangbar“ sein müssen – nicht umsonst stehen mit der „Rundschau“ und „B5 aktuell“ die beiden renommiertesten Nachrichtenkanäle des BR maßgeblich hinter diesem Projekt.

Alles gut also soweit, wir lehnen uns zufrieden wieder in die öffentlich-rechtlichen Stühle zurück, lassen es uns gut gehen und betrachten die Früchte unserer Arbeit? Das klingt natürlich erst einmal verlockend und würde auch so ungefähr jedem Klischee entsprechen, das irgendwo in der Welt über öffentlich-rechtliche Rundfunker existiert. Aber ganz so leicht, Sie ahnen es, ist es nicht. Und so leicht wollen und können wir es uns auch nicht machen. Im Gegenteil: Die Arbeit geht weiter. Weil eine solche App und ein solches Projekt wie BR24 ja weder Selbstzweck sind noch ohne weitere Konsequenzen bleiben können.

Wir nennen es – Programmreform.

Natürlich ist es jetzt noch ein bissen früh, schon in die Details der Reform zu gehen. Schon alleine deswegen, weil wir ja noch mittendrin in der Arbeit stecken und ja auch klar ist, dass sich das eine oder andere ohnehin noch völlig anders entwickeln wird als wie wir uns das jetzt gerade vorstellen. Aber ein paar Dinge lassen sich absehen – sogar in Zeiten des Medienwandels.

Dazu gehört, dass es zwischen dem TV und dem Netz ein Wechselspiel geben muss. Weil anno 2016 niemand mehr abends gebannt vor dem Fernseher sitzt und darauf wartet zu erfahren, was es Neues auf der Welt gibt. Das weiß er nämlich schon lange. Allerdings: Es ist ja dann trotzdem nicht so, dass TV-Nachrichten überflüssig werden. Wäre es so, dann würde schon heute vermutlich kaum mehr jemand die „Tagesschau“ oder die „Rundschau“ sehen.

Das tun aber immer noch jeden Tag Millionen Menschen. Für Anja Miller, Chefin der „Rundschau“ im BR, gibt es auch gute Gründe, warum sie das tun. Im Video erklärt sie, welche.

Und alles weitere zur Zukunft der Nachrichten und zur anstehenden Programmreform – demnächst hier.

Von Christian Jakubetz am 18. Oktober 2015 um 10:18 Uhr

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