Gehen wir auf Dauerfunk…

Was haben Facebook (und andere Social-Media-Kanäle) und ein Smartphone miteinander zu tun? Auf den ersten Blick – nichts. Auf den zweiten lässt sich ein interessanter Zusammenhang erkennen: Social-Media-Plattformen und mobile Mediennutzung hängen direkt miteinander zusammen. Oder anders: Wer gerade irgendwo bei Facebook abhängt, macht das mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit gerade von seinem Handy aus…

Das ganze in Zahlen am Beispiel von Facebook: Von allen Nutzern weltweit gibt inzwischen über die Hälfte an, das Netzwerk ausschließlich mobil zu nutzen. Wobei mobil inzwischen ja nicht mehr mobil im Sinne von „unterwegs“ bedeutet. Aber im Sinne des Endgeräts. Soll bedeuten: Man nimmt auch auf dem Sofa daheim mal eben das Smartphone in die Hand, um zu schauen, was es Neues in der eigenen Timeline gibt.

Infografik: Über 50% nutzen Facebook ausschließlich mobil | Statista
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Der Trend, dass soziale Netzwerke zunehmend mehr eine Sache für das Handy ist, wird auch durch den Umkehrtrend belegt: Der Anteil derer, die Facebook ausschließlich am stationären Rechner nutzen, ist 2015 um 27 Prozent gesunken.

Aber es geht ja nicht nur um Facebook: Netzwerk wie Instagram oder Snapchat sind de facto ausschließlich für das Handy gemacht, auch wenn man Instagram theoretisch auch ganz normal über den Browser nutzen kann. Aber: Macht das überhaupt irgendjemand?

Man kann sich allerdings auch leicht vorstellen, was sich durch diese Form der Nutzung verändert. Es ist nicht weniger als der gesamte Medienkonsum und die (digitale) Kommunikation. Weil das ein digitales Grundrauschen manifestiert, dass letztendlich an 7 Tagen 24 Stunden lang anhält. Weil es zum Standard geworden ist, dass man als Nutzer das Tor zur Welt jeden Tag zu jeder beliebigen Zeit kurz öffnet und des dann ggf. auch einfach wieder zumacht. Weil es deshalb keine festen Sendezeiten oder Kommunikationsfenster mehr gibt. Medien, Journalismus und Kommunikation sind immer. Und überall.

Man muss ja Facebook nicht zwingend mögen, wirklich nicht. Aber zumindest das muss man zugestehen: Die Welt hat sich dadurch geändert. Unumkehrbar.

Von Christian Jakubetz am 29. Januar 2016 um 7:47 Uhr

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