Willkommen im „Jahr 2“

So, erstmal durchschnaufen hier. War ein ziemlich heftiges Jahr, das wir in diesem Blog hier dokumentiert haben. In ein paar Tagen beginnt die republica in Berlin – genau vor einem Jahr haben wir den Start der rp dazu genutzt, auch dieses Blog ins Leben zu rufen…

Seitdem ist einiges passiert. Es gibt BR24 als Dachmarke für die digitalen BR-Nachrichten, es gibt eine App dazu und es gibt  runderneuerte Fernsehnachrichten der Rundschau (einschl. neuer Sendezeiten).

Alles gut jetzt also, Blog zumachen und die nächsten 10 Jahre so weitermachen, bis die nächsten großen Renovierungsarbeiten anstehen?

Sie ahnen, die Frage ist rein rhetorisch. Tatsächlich war all das, was im vergangenen Jahr passiert ist, erst der Anfang. Der Beginn eines Prozesses, der permanent sein wird – und der letztlich nur die Antwort auf eine Frage zum Ziel hat: Wie bekommen wir Journalismus im BR so hin, dass er sich in eine digitale Zukunft entwickelt?

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Neues Studio, bekannte Gesichter: Rundschau-Moderator Stefan Scheider an seinem Arbeitsplatz, der sich seit April etwas verändert hat… (Foto: Jakubetz)

Dass es jetzt eine renovierte Rundschau gibt, ist sinnbildlich für den Stand der Dinge bei der Digitalisierung. Die Rundschau ist eine zeitgemäße Nachrichten-Familie mit allem, was man heute von Fernseh-Nachrichten erwarten darf. Trotz allem sind sie der immer noch eines: TV-Nachrichten. Was auch sonst, könnte man sich  fragen. Diese Feststellung ist allerdings gar nicht so selbstverständlich. Weil ja unübersehbar ist, dass sich Journalismus wandelt, dass die Grenzen zwischen den Kanälen verschwimmen. Müssen demnach nicht auch TV-Nachrichten anders aussehen? Irgendwie – nach mehr Internet?

Klare Antwort: nein, müssen sie nicht.

Die Frage ist nicht, was traditionelle Fernsehnachrichten ersetzen wird. Nichts wird. Die Frage muss lauten: Wie können wir über Fernsehnachrichten hinaus Journalismus machen, der für alle relevant ist, die Beiträge zahlen (also, so gesehen: für alle)?

Beim BR gibt es deshalb mittlerweile ein Zusammenspiel von Kanälen, von denen jeder seine eigene Funktion und seine Berechtigung hat. Fernsehen beispielsweise, das ist und bleibt Fernsehen und das ist auch gut so. Schließlich erreicht dieses Medium immer noch jeden Tag Millionen von Menschen. Aber es gibt eben auch eine wachsende Zahl von Menschen, die erreicht man auf diesem Kanal nicht mehr oder zumindest deutlich seltener.

Nachrichten sind erst mal nur Nachrichten

Was ja auch kein Problem ist. Das Schöne am diesen neuen, digitalen Zeiten ist ja, dass sich jeder das raussuchen darf, was ihm am besten passt.  Wer wären wir also, wenn wir als Anbieter unserem Nutzer sagen würden, was gut und was schlecht ist? Umgekehrt heißt das aber auch, dass es natürlich weiterhin klassische Fernsehnachrichten geben wird. Weil diese neugewonnene Digital-Freiheit für alle gilt. Auch für diejenigen, die Nachrichten am liebsten zu einer festen Zeit im Fernsehen wollen. Im Fernsehen also müssen wir zusehen, dass diese Nachrichten so gut wie möglich im TV funktionieren. So wie wir im umgekehrten Fall im Netz nicht einfach nur eine Kopie der Nachrichtensendung erstellen wollen.

Das ist auch der Grund dafür, warum wir in den letzten Wochen senderintern ein bisschen experimentiert haben, welche Videos im Netz gut funktionieren könnten. Müssen sie kürzer, schneller, dichter erzählt sein, brauchen sie überhaupt noch den klassischen Ton aus dem Off? Offene Fragen zuhauf, von denen wir nicht erwartet haben, dass wir sie innerhalb kürzester Zeit beantwortet bekommen.

So ist das halt mit laufenden Prozessen: Ein Ende ist nicht in Sicht. Das war erst Jahr 1. Wir machen weiter.

Am Montag beginnt die re:publica 2016.

Von Christian Jakubetz am 28. April 2016 um 6:45 Uhr

3 KOMMENTARE

  1. avatar Christian sagt:

    Im Jahr zwei fehlt immer noch die Windows Phone App. Wie ist der Status dazu? Gibt es eine Beta zum Testen?

    • avatar Christian Jakubetz sagt:

      Sobald es das alles gibt, steht es hier im Blog – versprochen!

      • avatar Christian sagt:

        Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass eine Windows Phone App noch kommt. Die Android wird ständig aktualisiert und bekommt sogar neue Funktionen. Also bleibt ja gar keine Kapazität für die Windows Phone App.

        Das nicht vorhanden sein einer Zeitplanung macht die Sache nicht besser.

        Die versprochene Zeit im Herbst wurde auch nicht eingehalten.

        Gibt es dazu eine Stellungnahme?

        Viele Grüße

        Christian

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