Die dunkle Seite des Web

Es ist ein paar Tage her, als auf der re:publica eine junge Frau für Furore sorgte. Mit ein paar einfachen und klaren Worten, die gesagt werden mussten. Darüber, wie sehr das Netz leider auch ein Ort von Tönen und Typen ist, die man lieber nicht sehen und hören möchte. Hatespeech ist zu einem geflügelten Wort geworden – und zu einem Thema, das auch auf großen Veranstaltungen wie die re:publica immer wieder diskutiert wird.

Kübra Gümüşay ist Bloggerin und Aktivistin, hat Netzkampagnen gegen sexuelle Gewalt und Alltagsrassismus mitgegründet. Sie war die erste deutsche Kolumnistin mit Kopftuch. Hass ist sie gewöhnt. Im Schnitt stellt sie fünf Leute am Tag stumm oder sperrt sie auf Twitter und Facebook. Vor allem während der drei Jahre, in der sie die Kolumne „Das Tuch“ in der Taz geschrieben hat. Thema: ihr Leben als Feministin und Muslimin. Damals füllten konstant Hasskommentare die Kommentarspalten, ihren Blog und ihr Email-Postfach.

Aber auch andere müssen sich mit dem Thema zunehmend mehr auseinandersetzen. Social-Media-Redakteure der „Tagesschau“ genauso  ganz normale Bürger, die sich für Dinge engagieren, die dem einen oder anderen vielleicht nicht passen. Dass inzwischen nicht wenige News-Angebote im Web dazu übergegangen sind, ihre Kommentarfunktionen zumindest stark einzuschränken, hat auch damit etwas zu tun, dass es Hatespeech seit den ersten Tagen des Netzes gibt. Aber nie zuvor in dieser Ausprägung, in dieser Wucht, in dieser massiven Grobheit.

Weswegen wir Ihnen diesen Beitrag aus der Reihe „Faszination Wissen“ wärmstens ans Herz legen wollen. Weil Sie als Leser dieses Blogs vermutlich selbst schon mal mit diesem Thema in Berührung gekommen sind. Und weil Sie als Leser dieses Blogs vermutlich daran interessiert sind, dass man sich im Netz zwar weiterhin ordentlich die Meinung sagen kann – es aber trotzdem dabei immer noch ein paar Grundregeln gibt, die man selbst dann beachten darf, wann man besorgter Wutbürger und Verteidiger von irgendwas ist.

Und außerdem: Kübra Gümüşay begegnen Sie in diesem Stück auch.

Von Christian Jakubetz am 15. Mai 2016 um 3:17 Uhr

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Links sind nicht gestattet.
Mehr in den Kommentarrichtlinien.