24 Stunden Bayern…

Vor kurzem hat mir mal wieder jemand versucht zu erklären, was an Bayern so unerträglich sei. Ich erspare Ihnen die Details an dieser Stelle, weil jeder, der in diesem Freistaat lebt, selbst als Zuagroaster, sich schon mal anhören hat müssen, dass es für alle Seiten besser sei, wenn sich Bayern selbständig macht oder sich Österreich anschließt oder sonstwas. Egal, alles besser als diese Zwangsgemeinschaft mit dem Rest Deutschlands.

Passau. (Fotos: Jakubetz)
Passau. (Fotos: Jakubetz)

Als routinierter Bayer könnte man darauf natürlich antworten, dass sie sich ganz schön anschauen würden in diesem Rest Deutschlands, wenn es uns nicht mehr gäbe. Dann würden ein paar Milliarden Länderfinanzausgleich wegfallen, Deutschland wäre plötzlich ein Land ohne Berge und müsste sich mit ein paar albernen Hügeln im Harz begnügen, in Berlin gäbe es niemanden mehr, der die Kanzlerin ordentlich triezt. Und, liebe (FC-)Bayern-Hasser: Rechnet euch doch mal eben flugs aus, wie viele Punkte in der 5-Jahres-Wertung der UEFA dann weg wären. Zudem: Wollt ihr eure Hoffnungen in der Champions League künftig echt auf Leverkusen oder Schalke setzen? Geh weida, sagt da der echte Bayer.

Natürlich kann mal auf Bayern nicht verzichten. Schon alleine deswegen nicht, weil die meisten der Bayern-Hasser nicht sehr viel mehr zu bieten haben als ein paar plumpe Klischees. Lederhosen, Brezen und morgens um 11 sitzt der gemeine Bayer im Hofbräuhaus vor exorbitant großen Trinkgefäßen voll Bier, schon klar.

München.
München.

Dabei ist dieses Bayern ja so groß und vielfältig, dass es selbst uns Bayern schwer fällt zu behaupten, wir wüssten alles über unseren Freistaat. Als gebürtiger Niederbayer gebe ich gerne zu, von irgendwelchen Ecken in Franken nicht so rasend viel zu wissen. Umgekehrt, liebe Franken, bevor ihr euch aufregt: Wer von euch ist schon mal auf dem Gipfel des Großen Arber gestanden und wer von euch kann die drei Flüsse Passaus aufzählen? Googlen gilt nicht.

Was irgendwie ja auch gar nicht schlimm ist: Die Vielfalt ist es ja gerade, die Bayern ausmacht. Der Alltag in einer oberbayerischen Einöde und der in München, das sind zwei grundverschiedene Welten.

Das alles würden wir gerne zeigen. Nicht in der Arbeit von ein oder zwei Fernsehteams, die mit ihren Kameras mal eben schnell durchs Land fahren und eine gute Geschichte darüber machen. Sondern von den Menschen, die hier leben. Und die deshalb besser als alle anderen wissen, wie der Alltag hier aussieht. Und die bessere Bilder und Einblicke lungern können als alle anderen. Weil sie uns ihren Alltag durch ihre eigenen Augen zeigen können.

Wie das geht? Indem Sie sich beteiligen an dem BR-Projekt „24 Stunden Bayern“. Bayern in Echtzeit: Für dieses Dokumentarfilmereignis machen wir am 3. Juni 2016 eine 24-stündige Momentaufnahme einmal kreuz und quer durch den Freistaat. Wie leben die Menschen in Bayern? Was sind ihre Träume, was ihre Sorgen?  Mit 100 Kamerateams und drei Hubschraubern für Luftaufnahmen sind wir in ganz Bayern unterwegs.

Aber das ist eben nur ein Teil des Projekts. Weil das Bild dieses großen Freistaats nur dann vollständig und authentisch wird, wenn so viele wie möglich von denen sch beteiligen, die hier leben.

Drehen und Fotografieren können Sie mit dem Smartphone oder mit einer professionellen Kamera:

  • Fotos und Videos bis 120 Sekunden
  • aufgenommen zwischen dem 3. Juni 2016 ab 6 Uhr und dem 4. Juni bis 6 Uhr
  • ganz einfach hochladen über die BR24-App oder ab 3. Juni über die Website

Wir nehmen uns dann ein Jahr lang Zeit, das Material zu sichten. Die besten Clips kommen ins BR Fernsehen. Und dazu gibt es ja auch noch diese mysteriöse Zeitkapsel. Nach dem großen Drehtag am 3. Juni 2016 packen wir all Deine Erlebnisse in unsere Zeitkapsel. In 10, 50 oder 100 Jahren können dann unsere Kinder, Enkel und Urenkel nachsehen, wie wir im Jahr 2016 in Bayern gelebt haben.

Wie funktioniert das mit der App?

Die Upload-Funktion ist in der Ansicht mit der Bayernkarte (nach rechts wischen) zu sehen. Danach ist alles andere ganz einfach: Entweder Sie suchen sich ein Video oder Foto aus Ihrer Festplatte aus – oder Sie drehen/fotografieren eigens für diesen Tag und laden von da aus direkt hoch. Das war´s – und so sieht das ganze dann aus:

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Ein Jahr später, im Juni 2017, räumen wir für dieses einmalige Projekt einen kompletten Tag im BR Fernsehen frei. Ein Tag Heimat, 24 Stunden – ohne Unterbrechung.

Also, Leute, mitmachen! Damit am Ende selbst der größte Liebhaber von Klischees weiß, dass Bayern sehr viel mehr ist als man manchmal denkt…

Von Christian Jakubetz am 27. Mai 2016 um 8:19 Uhr

1 KOMMENTAR

  1. avatar R.Behrens sagt:

    super schöne Idee, ich freue mich schon auf tolle Aufnahmen.

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