Hauptsache, eine gute Kamera ist dabei: Auch das Smartphone hat seinen Anteil an der Entwicklung zum Videonetz.

Das Videonetz: Alles bewegt sich

Das alte Netz stirbt. Nicht nur deswegen, weil sich die Statik des Web massiv verändert hat. Sondern auch, weil aus einem einstmals textbasierten Medium eines geworden ist, in dem Text nur noch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielt…

Hauptsache, eine gute Kamera ist dabei: Auch das Smartphone hat seinen Anteil an der Entwicklung zum Videonetz.
Hauptsache, eine gute Kamera ist dabei: Auch das Smartphone hat seinen Anteil an der Entwicklung zum Videonetz. (Foto: Jakubetz)

Medienwandel? Kann schon sein. Aber einige Dinge ändern sich dann eben doch nie. Beispielsweise, dass Menschen von allen Dingen, die sie mit Medien tun können, eines am liebsten machen: Videos schauen. Egal, ob in klassischen Mediatheken, bei YouTube, im sozialen Netz oder (gut aufgepasst, liebe Kinder!) im klassischen Rundfunk: Bewegtes Bild bewegt die Welt. Kommt irgendwo Video ins Spiel, dann wird das für den Nutzer gleich sehr viel interessanter. Was nebenbei einer der entscheidenden Gründe dafür ist, warum es in der BR24-App natürlich jede Menge von diesem Bewegtbild zu sehen gibt…

Auch im Netz hat sich konstant ein Wandel vollzogen. Neben den etlichen anderen Veränderungen fällt in den letzten Jahren vor allem eines auf: Und wenn es noch so ein kleiner Screen und eine noch so bescheidene Plattform ist, Bewegtbild gibt es fast überall. Mit Vine sogar eine, bei denen die Dauer dieser Bewegtbilder auf sechs Sekunden reglementiert ist. Und all die anderen erst: Instagram, Twitter, Snapchat, Facebook sowieso. Wo ein Video auftaucht, sind auch Zuschauer, vermutlich deswegen, weil es nichts gibt, was die Wirklichkeit so gut abbilden kann wie ein Video – und wenn es noch so wackelt und sogar selbst dann, wenn man es hochformatig aufnimmt.

Fast 70 Prozent des Traffics entsteht durch Videos

In Zahlen: Laut Ciscos Visual Networking Index gehen rund 68 Prozent des weltweiten privaten Internet-Traffics auf die Kategorie Video (Streaming, Downloads) zurück. Und das Netz wird immer visueller. Die Popularität von Videoangeboten wie Netflix oder YouTube lassen das Internet immer mehr zum Videonet werden. Den Cisco-Analysten zufolge werden Videos im Jahr 2020 für 84 Prozent des Festnetz- und 75,4 Prozent des Mobil-Traffics verantwortlich sein.

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Das ist weitaus mehr als ein statistischer Wert. Aus dem Netz wird vielmehr ein stark visuelles Medium. In dem, egal ob als Medienprofi oder als privater Nutzer, ohne Bewegtbild die Chancen auf Aufmerksamkeit stetig sinken. Nicht umsonst hat beispielsweise Facebook seinen Edgerank dahingehend verändert, dass Beiträge mit Videos inzwischen deutlich bevorzugt ausgespielt werden. Wer etwas zu sagen hat, soll das gefälligst mit Video machen, lautet die (versteckte) Botschaft dahinter.

Was zur Folge hat, dass der Begriff „Bewegtbild“ mittlerweile eine völlig neue Dimension hat. Es ist noch gar nicht so lange her, da dachten wir dabei ausschließlich an Fernsehen (und im weitesten Sinne an Kino). Daran, dass man mit schwere Gerät schwere und komplexe Sachen erzählt hat. Und daran, dass dies automatisch auch ein Privileg derjenigen sein müsste, die das Equipment, das Geld und das Knowhow dazu haben. De facto also: das Privileg sehr weniger.

Dagegen: Video makes the world go round, vom Schnipsel bis zur aufwendigen Doku. Die wichtigste Ausstattung jedes Smartphones: eine passable Kamera.  Willkommen im Videonetz!

Von Christian Jakubetz am 9. Juni 2016 um 6:45 Uhr

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