Der neue Medien-Dreiklang

Kleine Prognose gefällig? In ein, zwei Jahren wird es niemand mehr geben, der nicht in irgendeiner Weise Videos einsetzt, egal, ob wir von Journalismus reden oder von Kommunikation oder von ganz normalen Menschen, die irgendwas mit diesem Internet machen. Die Nutzung von mobilen Videos ist in den letzten zwei Jahren derart rasant gestiegen, dass diese Prognose nicht sehr verwegen ist. Im Gegenteil: Sie ist lediglich die Konsequenz aus einer Entwicklung, die sehr viel mit Geräten, Bandbreiten und menschlichen Gewohnheiten zu tun hat…

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Aber schauen wir erst mal auf die nackten Zahlen, die der diesjährige „Mobility Report“ von Ericsson liefert. Demnach gibt es vor allem eine Altersgruppe, die für dieses unglaubliche Wachstum sorgt: Teenager. Bei ihnen ist innerhalb von 15 Monaten (Juli 2014 bis Oktober 2015) die Nutzung von mobilen Videos um sagenhafte 127 Prozent nach oben gegangen.

Die Smartphones besser, das Netz schneller, Videos selbstverständlicher

Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: Smartphones haben inzwischen die Qualität und die Screens, auch hochauflösende Videos ansehnlich darzustellen. Die mobilen Bandbreiten und die Flatrates sorgen dafür, dass man nicht lange nachdenken muss, wenn man sich unterwegs ein Video anschaut.

Entscheidend allerdings dürfte etwas anderes sein: soziale Netzwerke und Messenger nämlich. Egal, ob Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, WhatsApp: Videos sind zu einem Standard der digitalen Kommunikation geworden. Man kann sich diese Dimension vorstellen, wenn man künftig bei Facebook seine Kommentare zu irgendwas nicht mehr nur als Text, sondern als Video absetzen können soll. Keine Ahnung, ob das jemals irgendwann tun wird, aber klar ist: Videos werden in der digitalen Welt zunehmend mehr das geschriebene Wort verdrängen. Videos sind unser Alltag, sie werden zunehmend mehr den Nimbus des Besonderen verlieren. Kurz gesagt: Alles ist Video!

Leicht nachvollziehbar ist auch, welche Rolle Smartphones dabei spielen. Sie sind die Geräte, die immer mehr Menschen ständig bei sich tragen, sie sind die Fernbedienung für den Alltag genauso, wie sie das Gerät zur Kommunikation und auch zur Dokumentation ebendieses Alltags sind.  In dieser Kombination ist der Siegeszug des Videos also unausweichlich: Sie sind einfach zu produzieren mit einem Gerät, das wir ohnehin ständig bei uns haben.

Die Sache mit der Wechselwirkung

Umgekehrt heißt das aber auch: Mobile und irgendwie internetfähige Geräte ziehen mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich. Das weiß jeder, der schon mal einem durchschnittlichen deutschen Teenager zugeschaut hat, der sich nur unter Androhung ernster Konsequenzen von seinem Smartphone trennt. Auch komplexere Beobachtungen wie die von umfangreiche Studien belegen diesen Trend: Erstmal kommt das mobile Gerät und dann alles andere.

Mobile, Social Media, Video: Dieser Dreiklang klingt erst mal so simpel. Wenn man sich die Wechselwirkungen allerdings genau anschaut, dann weiß man, warum er nichts anderes als die Standard-Mediennutzung der Zukunft beschreibt.

Von Christian Jakubetz am 13. Juni 2016 um 6:12 Uhr

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