Ein Jahr BR24-App

Natürlich könnte man jetzt erst einmal mit den nackten Zahlen anfangen. Damit, dass die BR24-App jetzt ziemlich genau ein Jahr in ihrer „fertigen“ Version auf dem Markt ist (die Beta-Version kam schon vorher raus). Damit, dass sie bisher beinahe 300.000 Nutzer so interessierte, dass sie die App auf ihrem Mobil-Gerät installierten. Und damit, dass eine erstaunlich hohe Zahl von Menschen dann auch dabei geblieben ist. Im Video erzählt Mustafa Isik, BR-intern der technische Mastermind hinter der App, wie hoch diese Quote ist. Und noch vieles anderes, was sich lohnt zu sehen – das hier ist also ein Clickbaiting der ganz besonderen Art. Es leitet nämlich wirklich auf guten Inhalt weiter.

Tatsächlich aber ist die BR24-App für uns mehr als nur eine App, mehr als ein technischer Kanal, über den wir BR-Inhalte irgendwohin in die digitale Welt pusten. Tatsächlich manifestiert sich in dieser Nachrichten-App sehr vieles, das den Journalismus gerade verändert. Nicht nur für die Radio- und Fernsehmacher wie beispielsweise beim BR. Sondern für ungefähr jeden.

Journalismus ist inzwischen zu einer Sache geworden, die vor allem eines ist: individuell. Womöglich ist das sogar die radikalste Änderung, mit der wir auf Journalisten-Seite uns genauso auseinandersetzen müssen wie die Nutzer auf der anderen Seite. Für Journalismus gibt es kaum mehr Grenzen, für jeden ist Journalismus etwas anderes geworden. Das kann immer noch die gute, alte 20-Uhr-Tagesschau sein (die wird es vermutlich länger bleiben, als viele heute wahrhaben wollen). Dort wird eine Art Nachrichten-Agenda des Tages verlesen, halbamtlich, ein Ritual abends um acht. Das ist aber auch immer häufiger etwas, was sich jeder selbst zusammen stellt.

Ein Smartphone ist am Ende auch nur ein Fernseher in klein

Immer häufiger erkennen wir auch, dass es inzwischen mehr als eine blanke Theorie ist, dass jeder Sender wie Empfänger zugleich sein kann. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine entscheidende Rolle in dem spielen, was wir heute noch Journalismus nennen und was viele Jahrzehnte einem simplen Prinzip gefolgt ist: Ein paar wenige haben darüber entschieden, was sehr viele Menschen wissen sollen. Das ist im digitalen Zeitalter ein Anachronismus.

Gleichzeitig lösen sich mittlerweile die Grenzen zwischen den früheren, analogen Kanälen vollständig auf. Was soll das schon noch sein heutzutage, beispielsweise dieses Fernsehen? Natürlich schauen immer noch Millionen Menschen täglich Bewegbild über Fernsehgeräte. Aber der Anteil derer, die jeden Tag Videos schauen, ohne auch nur für fünf Minuten den Fernseher eingeschaltet zu haben, wächst täglich. Spielt ja letztendlich auch keine Rolle: ein Fernseher ist genau so ein Abspielgerät wie ein Smartphone.

Demnächst kommt die BR24-App 2.0

All das hängt letztendlich mit dieser App zusammen, die ziemlich genau seit einem Jahr am Markt ist. Sie ist für alle, die es mit dem Journalismus ernst meinen, ein genauso wichtiger Bestandteil des täglichen Medienmixes wie Radio oder Fernsehen.

Und sie ist, so wie jetzt da steht, erst ein Anfang, eine App 1.0. Wie alles im Netz entwickelt sich auch diese App weiter. Schon bald. Mehr dazu: demnächst. Stay tuned.

Von Christian Jakubetz am 9. September 2016 um 4:38 Uhr

2 KOMMENTARE

  1. avatar Christian sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Erscheint die „BR24-App 2.0“ dann auch gleichzeitig für Windows – Phone oder ist das Projekt Windows Phone App beerdigt, da hier nicht davon gesprochen wird?

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christian

  2. avatar Achim sagt:

    Die versprochene Windows Version fehlt bis heute!!!

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