beitragsbild_mobile

Erst mal Mobile – dann alles andere

Wie genau bekommt man das jetzt nochmal hin – diese Sache mit diesem jüngeren Publikum, das alle haben wollen und das man dennoch nicht so leicht bekommt? Oder nur dann wenigstens, wenn man Snapchat oder Instagram heißt – und irgendwas mit Mobile macht…

Beim Mobile Media Day in Würzburg hat es dazu eine schöne Keynote gegeben. Die  zwar nicht explizit eine Antwort auf diese dann doch eher komplexe Frage gegeben, aber trotzdem zumindest eine Sache gezeigt hat, die unerlässlich ist:

Darüber kann sich natürlich nur wundern, wer selber keine pubertierenden Irgendwas daheim hat. Alle anderen, denen in den letzten Monaten wenigstens mal ein Teenager in freier Wildbahn begegnet ist, ist das klar: Ohne sein Smartphone oder irgendein anderes mobiles, vernetztes Teil in der Hand trifft man so ein Wesen inzwischen nicht mehr an. Falls doch, ist irgendwas schrecklich schief gegangen. Man darf mit einem durchschnittlichen Teenie heute alles mögliche machen. Nur nicht: das Smartphone wegnehmen. Oder das WLAN abdrehen. Oder beides zusammen.

Keine Sorge, das wird jetzt kein Erziehungsratgeber. Es zeigt nur, dass wir das Thema Mobile ganz schnell nochmal neu denken sollten. Weil bisher die immer noch weit verbreitete Praxis die ist, dass man Mobile als eine Art Erweiterung des stationären Grundangebots ansieht. Nach der Devise: Es gibt uns übrigens auch auf mobilen Geräten. Dabei müsste es in Zukunft genau umgekehrt sein: Das mobile Angebot gibt es übrigens auch für irgendwelche Sachen, die erstaunlicherweise immer noch an einen festen Standort gebunden sind.

beitragsbild_ Mobile
Ich und mein Smartphone: Mobile Mediennutzung ist inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. (Foto: Jakubetz)

Tatsächlich sind alle Sachen, die man in den letzten Jahren irgendwie als „heiß“ betrachtet hat, nicht nur darauf ausgelegt, dass sie irgendwie social sind. Mindestens genauso wichtig: Sie sind mobil. Snapchat und Instagram beispielsweise, vermutlich die beiden heißesten Netzwerke der letzten beiden Jahre, setzen eindeutig darauf, mobil genutzt zu werden. Für Instagram gibt es zwar auch eine Webseite, aber die nutzt vermutlich so gut wie niemand. Und Snapchat? Auf einer Webseite? Absurde Idee.

Das Netz ist Medium Nummer 1. Und das Netz ist: Mobile.

Es war ja schon länger abzusehen: Auch wenn Fernsehen insgesamt immer noch das wichtigste Medium der Deutschen ist – das Netz kommt immer näher und hat dem Fernsehen diesen Status beim jüngerem Publikum bereits abgenommen. Dabei geht es mittlerweile nicht mehr nur darum, dass man sich quick and dirty ein paar schnelle Schlagzeilen aus dem Netz zieht. Stattdessen ist das Netz inzwischen auch gar vorne, wenn es um die Meinungsbildung geht. 

Es gibt da allerdings ein paar Lehren, die man aus der US-Wahl mitnehmen kann. Beispielsweise die, dass es keine wirklich gute Idee ist, diesen Dreiklang Mobil plus Social plus Personalisierung den großen Plattformen wie Facebook alleine zu überlassen. So wie es womöglich tatsächlich Unsinn ist, Medien auf die Rolle des Zulieferers zu beschränken.

Gewöhnen wir uns also langsam an den Gedanken: Massenmedien sind künftig nichts anderes mehr als etwas, was jeder für sich selbst definiert. Und immer bei sich hat. Wer die Leute da nicht erreicht, der erreicht sie bald überhaupt nicht mehr.

Von Christian Jakubetz am 21. November 2016 um 10:29 Uhr

2 KOMMENTARE

  1. […] Obacht, ganz neue Erkenntnis: Das Netz und überhaupt die ganze Medienwelt werden mobil. Ach was, eigentlich ist das ja schon eine geraume Zeit so. Nicht nur deswegen gibt es in Würzburg den „Mobile Media Day“, der in diesem Jahr schon zum vierten Mal stattfand. Auf der Startseite finden sich inzwischen eine ganze Reihe von Video-Interviews mit den Teilnehmern – von denen die allermeisten sogar ziemlich interessant sind.  Wichtigste Erkenntnis aus dieser Sache mit dem Medienwandel: Mobilität wird für alles, was irgendwie mit Medien zu tun hat, das Thema Nummer eins. […]

  2. avatar so gut wie niemand sagt:

    Alles schön und gut, solange bei dem „Mobile“-Hype nicht die vergessen werden, die Medien dann doch stationär nutzen. Selbst wenn die nicht zur primär bevorzugten Zielgruppe gehören.

    Gruß,

    so gut wie niemand

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Links sind nicht gestattet.
Mehr in den Kommentarrichtlinien.