social media 2016

Die „Alten“ entdecken Social Media

Die Alten nutzen das normale Netz, die Jungen findet man dagegen nur noch in sozialen Netzwerken: Kaum eine Idee hält sich so fix in den Köpfen wie diese. Und kaum eine hält einer Überprüfung weniger statt.  Der neue Nielsen Social-Media-Report mit den neusten Zahlen aus den USA zeigt:  Am meisten tummelt sich Generation X bei Facebook und Co. Die 35-49jährigen verbringen mehr Zeit dort als die Millenials – zumindest in den totalen Zahlen. Prozentual gesehen liegen die 18-34Jährigen leicht in Front.

social media 2016

So weit ist es jetzt buchstäblich also schon: Über einen kompletten Tag verbringen die Menschen pro Woche im Netz. Zumindest diejenigen, die noch unter 50 sind. Bei den sogenannten Millenials sind es knapp 27 Stunden, bei der darauffolgenden GenerationX sogar beinahe 32 Stunden. Darauf entfallen knapp sieben Stunden auf soziale Netzwerke, während es die Millenials „nur“ auf 6 Stunden und 19 Minuten bringen.

Trotzdem ist der Rückschluss, Millenials seien weniger im sozialen Netzwerken unterwegs als die etwas ältere Generation, nicht ganz richtig. Weil er nur stimmt, wenn man die absoluten Zahlen heranzieht. Setzt man die Zeit in den sozialen Netzwerken dagegen in Relation zu der gesamten Online-Zeit, bekommt man ein anderes Bild: Demnach ist der Social-Media-Anteil bei den 18-34Jährigen bei 24 Prozent, bei der Generation X hingegen beträgt er lediglich 22 Prozent.

Die „Alten“ bleiben eher konservativ

Naturgemäß sind die Onliner der Generation 50 plus etwas konservativer in ihrem Verhalten. Allerdings gilt auch hier: Ihre Online-Präsenz ist eine ganz andere als die, die man sich vielleicht noch vorstellt. Auch die Best Ager sind inzwischen selbstverständlich im Netz unterwegs (nebenher angemerkt: der Autor dieses Beitrags gehört selbst zu dieser Altersgruppe und muss über diese eigentlich völlig überflüssige Feststellung laut lachen). Sie sind zwar in absoluten Zahlen deutlich weniger im Netz unterwegs (rund 20 Stunden pro Woche). Dafür aber steigt der prozentuale Anteil von Social Media in dieser Altersgruppe gerade rasant an. Gut vier Stunden, das sind rund 20 Prozent – und somit rund 65 Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Man könnte auch sagen: Die „Alten“ entdecken gerade soziale Netzwerke für sich (der Autor lacht gerade wieder laut).

(Der vollständige Social-Media-Report von Nielsen: hier).

In Deutschland kommen Instagram und Snapchat immer stärker auf

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Die Lage in Deutschland klingt, zumindest was die Größe der einzelnen Netzwerke angeht, überschaubar. Facebook, wer sonst, liegt bei der Frage nach der Nutzungshäufigkeit immer noch sehr weit vorne. Aber: Instagram und Snapchat holen auf. Zwar noch nicht so, dass sie Chancen hätten, Facebook demnächst einzuholen. Aber der Trend ist eindeutig: Gerade beim jüngeren Publikum sind die beiden bild- und videolastigen Netzwerke angesagt, Facebook hingegen ist das Ding für die breite Masse. (Quelle: ARD-ZDF-Onlinestudie 2016)

Instagram eine Art alternatives Snapchat

Wie das Duell zwischen Snapchat und Instagram ausgehen wird? Das kann niemand seriös vorhersagen. Vor allem deswegen nicht, weil sich die beiden immer ähnlicher werden. Wobei, was heißt schon ähnlicher? Korrekterweise müsste man sagen, dass sich Instagram ziemlich offenkundig bei Snapchat bedient. Stories, Livestreaming, immer mehr Fokus auf Video – vermutlich würden sie nicht mal bei Instagram selbst ernsthaft behaupten, sich nicht von Snapchat inspirieren lassen.

Von Christian Jakubetz am 31. Januar 2017 um 8:01 Uhr

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